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Songanalyse

Warum wähle ich „A Natural Woman“ aus und nicht einen der textlich brillianten Folksongs von Bob Dylan, oder einen der opulenten Rock-Songs aus den 1970er Jahren von Queen, Pink Floyd oder Supertamp aus? Oder Songs aus den 1980er Jahren der NDW, von Phil Collins oder von Stock Aitken Waterman? Was ist mit den 1990er Jahren, Curt Cobain, Sheryl Crow oder Radiohead? Robbie Williams Songs aus den 2000er Jahren oder von Beyonce aus den 2010er Jahren? Oder eine top aktuellen Song, der auf Spotify rauf und runter läuft?

Stichwort Spotify:

Wusstest Du, das Spotify einen Song erst ab einer gespielten Hördauer von mindestens 30 Sekunden als Stream auswertet? Nur dann erhalten Urheber und Interpreten Ihre Lizenzgebühren ausgezahlt, was dazu geführt hat, dass das Songwriting den Hörgewohnheiten des Musikfans auf Spotify angepasst wurde: Ein Song wird so produziert, dass der Hörer in den ersten 30-35 Sekunden eine Songs dramaturgisch gefesselt wird! Die Folge: „Es gibt keine Intros mehr!“ (Interview von Hakan Tanreverdi mit dem kanadischen Musikwissenschaftler Hubert Léveillé Gauvin, Süddeutsche Zeitung, 7.Oktober 2008).

In den 1970er Jahren wurde in der renommierten Berklee School of Music eine für die US-amerikanische Popmusik sehr bedeutende Songform den Studenten vermittelt, die ich im Folgende erläutern will. Für die Songanalyse habe ich „A Natural Woman“ von Carole King und Liedtexter Gerry Goffin ausgewählt, erschienen 1971 auf Carole Kings sehr erfolgreichen Album „Tapestry“.

„A Natural Woman“, Carove King & Carole King, Carole King, 1971

Mein Hauptaugenmerk liegt auf der Abfolge der Songabschnitte Strophe, Pre-Chorus, Refrain, Bridge und den verwendeten Akkorden bzw. den harmonischen Zusammenhängen von Carole Kings Originalversion, die in der Tonart A-Dur steht.

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